
Joseph Freiherr von
Eichendorff
geb. 10.3.1788 in Schloß Lubowitz, Oberschlesien
gest. 26.11.1857 in Neiße
Die Schlesier- Ortsgruppe Ruhmannsfelden mit ihrem Sprecher H. Steiner hat zum 100. Todestag des Dichters im Jahr 1957 die Gedenktafel an diesem Stein im Landschaftsschutzgebiet ,,Leithe' anbringen lassen. Die Festrede hielt bei diesem feierlichen Akt der Altphilologe und Dichter, Apotheker Karl Gareis, Viechtach.
1988 veranstaltete die Schlesiergruppe (besteht heute nicht mehr) zusammen mit der Sudetendeutschen Landsmannschaft eine Gedenkfeier zum 200. Geburtstag von Joseph Freiherr von Eichendorff.
Joseph Freiherr von Eichendorff nahm an den Befreiungskriegen teil, trat 1816 in den preußischen Staatsdienst, der ihn 1831 nach Berlin führte, wo er bis zu seinem Rücktritt 1844 Regierungsrat für kath. Angelegenheiten im Kultusministerium war 1855 ließ er sich in Neiße nieder.
Eichendorff stand am Ausgang der Romantik; er ließ in seinen Liedern die Seele der Natur wie nie zuvor ahnungsvoll und klingend gegenwärtig werden (Wer hat dich du schöner Wald, Wem Gott will rechte Gunst erweisen, In einem kühlen Grunde) Auch seine Prosadichtung ist mehr auf Stimmungszauber als auf epische Klarheit gerichtet. Über allem Fernweh und aller dunklen Trauer vieler seiner Lieder blieb dem frommen Dichter die Nähe Gottes gewiss. Novellen: Das Marmorbild, Aus dem Leben eines Taugenichts, Dichter und ihre Gesellen, u. a. Roman: Ahnung und Gegenwart, 3 Bde. Trauerspiele: Ezzelin von Romano, Der letzte Held von Marienburg, und vieles andere.
Joseph Freiherr von Eichendorff
Der frohe Wandersmann
Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
Den schickt er in die weite Welt,
Dem will er seine Wunder weisen
In Berg und Wald und Strom und Feld.
Die Trägen, die zu Hause liegen,
Erquicket nicht das Morgenrot,
Sie wissen nur von Kinderwiegen,
Von Sorgen, Last und Not um Brot.
Die Bächlein von den Bergen springen,
Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,
Was soll ich nicht mit ihnen singen,
Aus voller Kehl und frischer Brust?
Den lieben Gott laß ich nur walten;
Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld
Und Erd und Himmel will erhalten,
Hat auch mein Sach aufs best bestellt.
Abschied
Oh Täler weit, 0h Höhen
Oh schöner, grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
Andächtger Aufenthalt!
Da draußen, stets betrogen,
Saust die geschäftge Welt
Schlag noch einmal die Bogen
Um mich, du grünes Zelt!
Wenn es beginnt zu tagen,
Die Erde dampft und blinkt,
Die Vögel lustig schlagen,
Daß dir dein Herz erklingt;
Da mag vergehn, verwehen
Das trübe Erdenleid,
Da sollst du auferstehen
In junger Herrlichkeit!
Ruhmannsfelden




